Matryoshka-Puppen

Revolutionäre Erkenntnisse der Kult-Physikerin Murphy erwartet

5. September 2061

Die britische Physikerin Matryoshka Murphy I hat für den 11. September eine Pressekonferenz angekündigt. In einer kurzen Erklärung bat sie die Fachwelt darum, bis dahin „von weiteren Spekulationen abzusehen“. Seit mehreren Monaten kursieren Gerüchte über mutmaßlich revolutionäre Erkenntnisse Murphys.

Die Physikerin ist die Tochter des Nobelpreisträgers Tyler Murphy 15. Der Astrophysiker hatte 2038 die Matryoshka-Theorie veröffentlicht. Die populäre Theorie widerspricht der früheren Annahme, dass beispielsweise Quarks die kleinsten Bausteine der Materie sind.

Quarks bestehen Murphys Theorie nach aus Subteilchen, die er Vaarp genannt hat. Struktur und Verhalten eines solchen Teilchens gleichen seinen Berechnungen nach den Eigenschaften eines Universums, das man von außen beobachten würde. Demnach sind in diesen Teilchen Galaxien und sogar intelligente Lebensformen denkbar.

Ein Vaarp besteht folglich im Kleinsten wiederum aus Vaarps und damit aus weiteren Universen. Auch unser Universum ist dementsprechend nur ein Teilchen eines anderen Universums. Die Matryoshka-Theorie ist mathematisch nur konsistent, wenn sich die physikalischen Gesetze der verschiedenen Ebenen voneinander unterscheiden.

Nach der Theorie muss sich dies an den Übergängen zwischen den Ebenen auswirken. Beobachtungen an diesen Übergängen können demnach nicht mit Beobachtungen außerhalb dieser Übergänge vereinbart werden. Eine Verknüpfung entsprechender Standardmodelle zu einer Art Weltformel ist somit nicht möglich.

„Es ist stets der Mangel an Informationen, der dem Schicksal das Antlitz des Zufalls verleiht.“

Konzepte der Matryoshka-Theorie haben bis heute mehrere weitere Theorien beeinflusst. Zur Veranschaulichung seiner Theorie hat Tyler Murphy oft Matryoshka-Puppen verwendet. Die ineinander verschachtelbaren Holzfiguren wurden schließlich zu seinem Markenzeichen.

Auf die Frage, ob es Zufall war, dass seine Tochter einen Vornamen erhalten hatte, mit dem er später seine Theorie beschreiben konnte, antwortete er einmal: „Es ist stets der Mangel an Informationen, der dem Schicksal das Antlitz des Zufalls verleiht.“

In ihrer Erklärung sprach seine Tochter heute von einer „schicksalhaften Verbindung“ zwischen dieser Äußerung und ihren angekündigten Forschungsergebnissen.

Empfangen und veröffentlicht: 5. + 9. September 2016


Nächste News: „Europäische Revolution“: 15 Jahre Erfolg gegen Politikverdrossenheit