Bundespräsident tot

Ex-Bundespräsident Wahl ist tot

14. September 2061

Der frühere Bundespräsident Lennart Wahl II ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren überraschend gestorben. Wahl war von 2035 bis 2047 deutscher Bundespräsident. Er gilt als einer der schillerndsten Persönlichkeiten und profiliertesten Politiker des 21. Jahrhunderts.

„Lenny war wahrlich kein Fan von Nachrufheucheleien.“

Der amtierende Bundespräsident Rodin Horvath I würdigte Wahl als weisen Visionär und Europäer von Weltrang. „Lenny war wahrlich kein Fan von Nachrufheucheleien. Doch dass er der Held meiner Generation war, wird niemand bestreiten.“ Zielsicher habe der „Käpt’n“ das Land durch die schwersten Jahre der jüngeren Weltgeschichte navigiert, sagte Horvath. Er ist davon überzeugt, dass die weltweit beachteten Anregungen Wahls „zum Ende der Weltwirtschaftskrise beigetragen haben“.

Wahl war außerdem Initiator der Deutschland-Spiele, die er noch vor einer Woche kommentierend begleitete. Er äußerte sich häufig zu Themen außerhalb der Politik. Eine breite Diskussion löste er mit seiner Frage zum Massenphänomen Schönheitsoperation aus: „Warum hängt die berufliche Autorität eines Mannes heute von der Körbchengröße seiner Frau ab?“.

Kritiker sahen zwar einen Widerspruch zu seinem eigenen Erscheinungsbild mit Augapfelpiercing, Zungentattoo und Schädelfenster. Wiederholt sprach er sich jedoch gegen die „weit verbreitete Unart“ aus, Kleinkinder zu tätowieren.

Vor seiner Amtszeit als Bundespräsident machte sich der Germanist um die deutsche Sprache verdient. Ihm verdanken Schüler Begriffe wie monopertinente Adjektive und pluribasyllabische Substantive.

Ein monopertinentes Adjektiv ist ein Eigenschaftswort, das meist dasselbe Substantiv beschreibt. Beispiele hierfür sind „selbsterfüllende Prophezeiung“, „abgekartetes Spiel“ oder eben „monopertinentes Adjektiv“. Als pluribasyllabisch werden Substantive bezeichnet, die im Singular aus mindestens sieben Silben bestehen und nicht aus eigenständigen Wörtern zusammengesetzt sind. Viel zitierte Beispiele sind „Orientierungslosigkeit“ und „Internationalisierung“.

Wahl erwähnte die Wortarten 2033 erstmals in seinem interdisziplinären Sprach- und Ernährungsratgeber „Bonbons um neune helfen gut gegen Zähne“.

„Bevor ich als unglaubwürdig gelte, lüg‘ ich lieber“

Einige seiner Bonmots sind inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergangen. Zu den bekanntesten gehören „Bevor ich als unglaubwürdig gelte, lüg‘ ich lieber“ und „Das erste Leben ist das beste“.

Empfangen und veröffentlicht: 14. September 2016


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